Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

Weltweit einzigartig

In Deutschland gibt es etwa 130 Kulturorchester, also Orchester, die regelmäßig mit festangestellten Musikerinnen und Musikern Konzerte absolvieren. Damit findet man beinahe ein Viertel aller weltweit agierenden professionellen Symphonie- und Theaterorchester in der Bundesrepublik. Ein einzigartiger Umstand, der im UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen ist.

 Eines dieser Orchester ist die 1932 gegründete Südwestdeutsche Philharmonie mit Sitz in Konstanz. Gleichzeitig ist es das einzige am Bodensee und gehört damit zu den wichtigsten Kulturträgern des deutschen Südwestens. Es prägt das kulturelle Angebot der Universitätsstadt Konstanz und stellt auch im Konzertleben der Schweiz eine wichtige Größe dar.

21 Nationen – eine Sprache

Mit über 60 fest angestellten Musikern erreicht das Orchester bei über 100 Konzerten pro Jahr ca. 80.000 Menschen. Würden sich die Orchestermitglieder zu Probenbeginn in ihrer Muttersprache begrüßen, tönte »Guten Tag« in 21 verschiedenen Sprachen. Fließend beherrschen sie alle die Sprache der Musik, handelt es sich doch um hochqualifizierte und an renommierten Hochschulen ausgebildeten Spezialisten und Meister ihres jeweiligen Instrumentes.

Deutscher Vizemeister

Die Philharmonischen Konzerte im ehrwürdigen Konzil stellen mit bedeutender Konzertliteratur von Barock bis zur Moderne sowie international bekannten Solisten und Gastdirigenten das Herzstück der Orchesterarbeit dar. Die Konzertreihen, die im Abonnement buchbar sind, erfreuen sich eines außergewöhnlich großen Zuspruchs. Eine Studie belegte kürzlich, dass im Schnitt der Abonnenten je Einwohner der Stadt die Konstanzer Philharmoniker deutscher Vizemeister sind.

 

Für Groß und Klein

Weitere zielgruppenspezifische Angebote ergänzen das Spektrum. Für Kinder, Familien und Schüler beispielsweise ein breitgefächertes Programm für Musikvermittlung. Die Konzerte des kleinen eduart stehen hierbei für Lernen, Spaß und Freude an der Musik und sind so konzipiert, dass Jung und Alt auf ihre Kosten kommen. Auch die zahlreichen Kammerkonzerte mit Ensembles aus Mitgliedern der Südwestdeutschen Philharmonie bieten eine interessante Ergänzung zum Orchesterprogramm, wie auch Kooperationen mit den beiden Hochschulen der Stadt.

Zu erwähnen bleiben noch die Sonderkonzerte. Aktuell bietet sich den Interessierten beispielsweise die Möglichkeit eines jährlichen dreitägigen Mozart-Festivals im Winter oder eine neue Konzertreihe im Konstanzer Münster mit der monumentalen Symphonik von Anton Bruckner im Sommer. Die schönste Open-Air-Bühne am Bodensee, die Insel Mainau, bespielt das Orchester ebenso alljährlich, wie auch den Stadtgarten, mit dem Gratiskonzert »Klassik am See« zum jährlichen Saisonabschluss.

In der Region verankert und mit Bühnen der Welt vertraut

Die Südwestdeutsche Philharmonie ist in Konstanz zu Hause und mit über zwei Dritteln des jährlichen Konzertangebotes in der Region verankert. Sie versteht sich neben ihren eigenen umfangreichen Konzertangeboten als bewährter und flexibler Partner für Chöre und Konzertvereine ihrer Region. Das Orchester ist ein Eigenbetrieb der Stadt Konstanz, der wesentlich durch Zuschüsse des Landes Baden-Württemberg mitfinanziert wird. Darüber hinaus genießt es die Unterstützung weiterer Zuwendungsgeber sowie zahlreicher Sponsoren.

Aber auch mit den Bühnen der Welt ist das Orchester bestens vertraut. Das umfangreiche Konzertangebot ist jeweils auch für externe Veranstalter sowohl der Region als auch international buchbar. So spielt das Orchester seit über dreißig Jahren regelmäßig in der Tonhalle Zürich, im weltberühmten Konzertsaal KKL in Luzern oder in der Sala Verdi in Mailand. Tourneen führten die Philharmonie beispielsweise schon nach Athen, Toledo, China und Japan.

Über alle Grenzen hinweg

Die unmittelbare Nähe zur Schweiz, macht den Grenzübertritt für die Menschen in der Region zu einer alltäglichen Selbstverständlichkeit. Internationale Gäste wie unter anderen Gidon Kremer, Tabea Zimmermann und Rolando Villazón gehören zur Liste der berühmten Solisten, mit denen das Konstanzer Orchester schon musizierte, aber auch Musiker aus anderen Genres, wie Peter Fox oder Max Herre. »Grenzüberschreitend« wirkt es auch, wenn zur Saisoneröffnung auf einer Autofähre, während der regulären Öffnungszeiten in der Therme am Beckenrand, am Roulett-Tisch im Casino, in der Großraumdiskothek oder gar im Festzelt des Oktoberfestes gespielt wird. Bei all dem geht es jedoch am Ende um etwas, das sich nicht so einfach in Worte fassen lässt. Es ist das Lebendige der live erlebten Musik, das uns ohne jeden Filter intim berühren kann. Und so versucht das Orchester auch in Konstanz mit vielfältiger Musik zu verbinden und mit ihrer ansteckenden Art und Weise einfach zu erfreuen.

Laut einem Bundestagsbeschluss im November 2016 ist unser Orchester in das Programm Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland aufgenommen worden.

 

Orchesterfoto: Patrick Pfeiffer (2017)

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