Beschreibung
Man nannte sie den »weiblichen Beethoven«, doch Emilie Mayer war weit mehr als ein Schatten ihres Idols. In den Berliner Salons des 19. Jahr hun derts sorgte sie für einen Tabubruch, weil sie es wagte, bei gesellschaftlichen Anlässen ohne Hut zu erscheinen. Ihre Faust-Ouvertüre strotzt vor dramatischer Wucht. Fast wie ein Gender-Swap steht dazu Beethovens lichte Vierte Sin fonie, die Robert Schumann charmant als »griechisch schlanke Maid zwischen zwei nordischen Riesen« bezeichnete. Dazwischen Arnold Schönbergs Kam mersinfonie op. 9b. Bei der Urauffüh rung 1907 gab es einen handfesten Skandal mit Gezische und Handgreiflich keiten – heute gilt das Werk als visio närer Meilenstein, der die Grenzen der Tonalität mutig überschritten hat.

